„Jetzt“- Schild

…“Der Anblick ist da, das Erlebnis noch nicht. Man gleicht einem Film, der belichtet wird; entwickeln wird es die Erinnerung. Man fragt sich manchmal, inwiefern eine Gegenwart überhaupt erlebbar ist.“…

(Max Frisch: Tagebuch 1946-1949, Verlag Suhrkamp, S.109 )

…“So seltsam es auch erscheinen mag, ich bin mein erinnerndes Selbst, und das erlebende Selbst, das mein Leben lebt, ist für mich wie ein Fremder.“…

((Daniel Kahneman: „Schnelles Denken, langsames Denken“, Originalausgabe 2011, Siedler Verlag München,  Seite 481)

…“Wir lehnen nur allzu bereitwillig die Ansicht ab, dass ein Grossteil dessen, was wir im Leben sehen, Zufallscharakter hat.“…

(Daniel Kahneman: „Schnelles Denken, langsames Denken“ Seite 149)

…“Entweder löschte das Danach das Davor aus, oder wollte im „Unfertigen“ das Davor erahnen lassen, das gemäss der Strenge einer auf Vollendung ausgerichteten Disziplin hätte verschwinden müssen“…

(Manlio Brusatin: „Geschichte der Linien“, Verlag: diaphanes Berlin 2003, Seite 93)

…“Und was gestern noch zu hart war für die Zeit selber und ihren Zahn: heute hängt es zerschabt und zernagt aus den Mäulern der Heutigen.“…

(Friedrich Nietzsche: „Also sprach Zarathustra“ AnacondaVerlag Köln, Seite 141)

…“Es ist eine Erinnerung damit verknüpft. Ich würde sie gern wiederhaben.“…

(James Joyce: Ulysses, Verlag Suhrkamp Seite 695)

…“Die Annahme, die Zukunft  lasse sich nicht vorhersagen, wird Tag für Tag durch  die Leichtigkeit untergraben, mit der die Vergangenheit erklärt wird.“…

(Daniel Kahneman: „Schnelles Denken, langsames Denken“ Seite 269)

…“Eine allgemeine Beschränkung des menschlichen Geistes ist seine mangelhafte Fähigkeit, vergangene Wissenszustände oder Überzeugungen, die sich gewandelt haben, zu rekonstruieren. Sobald man sich eine neue Sicht der Welt (oder eines Teils von ihr) zu eigen macht, verliert man sofort einen Grossteil seiner Fähigkeit, sich an das zu erinnern, was man glaubte, ehe man seine Einstellung änderte.“…

(Daniel Kahneman: „Schnelles Denken, langsames Denken“ Seite 251)

…“So  kann ich mich in der Zukunft, der Schwester der Vergangenheit, vielleicht einmal so sehen, wie ich hier jetzt sitze, jedoch nur durch Reflexion von dem aus, was ich dann bin.“…

(James Joyce: Ulysses, Verlag Suhrkamp Seite 265)

…“Die Illusion, man habe die Vergangenheit verstanden, nährt die weitere Illusion, man könne die Zukunft vorhersagen und kontrollieren. Diese Illusionen sind beruhigend. Sie verringern die Angst, die wir zu spüren bekämen, wenn wir uns die Ungewissheiten des Daseins uneingeschränkt bewusst machen würden.“…

(Daniel Kahneman, „Schnelles Denken, langsames Denken“ Seite 254)